SOLAR-ENGINES
 

 

Der Stoff, aus dem die Roboter sind!

 

TFPP mit 555er CMOS: Die europäische Variante des PhotoPoppers

 

Die Faszination des BEAM liegt auch in seiner Unabhängigkeit von den üblichen Spannungsquellen, wie Batterie und Akkumulator. Häufig ist der BEAM mit einem kleinen Solar-Panel ausgestattet, welches ihm die notwendige elektrische Energie zuführt. Alternative Spannungsquellen, wie beispielsweise Solarzellen in Verbindung mit hochkapazitiven Kondensatoren verhelfen dem BEAM zu einem langen Leben, ohne ständig Batterien wechseln zu müssen. Problematisch sind dabei jedoch drei Umstände: Solarzellen produzieren elektrischen Strom, Spannung, abhängig vom Tageslicht. Meist sind sie erst effektiv, wenn die Wolken vom Himmel verschwinden. Bis dahin ist der Wirkungsgrad enorm schlecht. In unseren Breitengraden wäre wohl eher eine "Regenzelle" effektiver. Das zweite Problem taucht beim Einsatz von Motoren auf. Motoren haben die Angewohnheit, auf langsam ansteigende Spannungen häufig nicht anzusprechen. Es gibt keinen Trigger-Punkt für Motoren. Alle Herstellerangaben zu Betriebsspannungen beziehen sich auf eine plötzlich und permanent anliegende Spannung, welche wir durch einen reinen Solarzellen-Betrieb natürlich nicht erreichen. Das dritte Problem liegt in den BEAMs selbst, die durch ihre Kleinst-Bauweise nur sehr kleine Solar-Panels transportieren können, die wiederum eine Menge Energie liefern müsssen.

Also, alles in allem doch ein sehr aufwendiges Unterfangen. Ein System muss her, welches die elektrische Spannung der Solarzellen speichert, und nach Erreichen einer Mindestspannung plötzlich freigibt. Diese System bezeichnet man als SOLAR-ENGINE. Es basiert auf der Kombination sogenannter Gold-Caps (Kondensatoren mit niedriger Spannung und hoher Speicherkapazität), und Halbleitern (Voltage-Trigger). Es existieren eine Reihe elektronischer Schaltpläne zu Solar-Engines im Internet, und je nach Möglichkeit der Bauteilbeschaffung kann man sich hier seinen SE zusammenlöten.

Halbleiter

In Europa ist die Bauteilbeschaffung für die BEAM-Elektronik recht umständlich. Dieser Umstand ist vor allem darin begründet, dass die Entwickler der elektronischen Schaltungen meist aus Übersee kommen, und Entwicklungen mitunter sehr lange brauchen, bis sie den Europa Markt erreichen. Folgerichtig sind auch diejenigen Halbleiter, die diese Technologien benutzen mit Verzögerung zu erwarten. Trotzdem ist noch nicht alles verloren. Der europäische Markt bietet auch - was Halbleiter angeht - Vergleichstypen, und mittlerweile befassen sich auch deutschsprachige Entwickler mit der BEAM-Technologie. Für den deutschen Markt empfiehlt sich:

Die Solar-Engine mit dem CMOS-IC TMC555. Trotz seines vergleichbar hohen Ruhestroms von 250 uA steht er den anderen Engines in nichts nach.

Die FLED-SolarEngine. Eine Blink-LED in Verbindung mit handelsüblichen PNP- bzw. NPN-Transistoren liefert eine simple Solar-Engine.

Motoren und Solarzellen

Bei den Motoren und Solarzellen verhält es sich ähnlich wie bei den elektronischen Bauteilen. Meist kommen sie aus Fernost oder werden für den amerikanischen Markt produziert und deshalb in Europa nicht oder nur selten erhältlich. Deshalb, ausgediente Unterhaltungselektronik nicht einfach nur entsorgen, sondern:

Motoren aus defekten Walkmans, portablen CD-ROM Laufwerken oder internen CD-ROM Laufwerken ausbauen!

Solarzellen aus günstigen Solar-Wegbeleuchtungen verwenden!

Sensoren

Elektronische Sensoren, wie beispielsweise Fotodioden sind über den deutschen Fachhandel erhältlich. Mechanische Sensoren lassen sich mit etwas handwerklichem Geschick selbst herstellen:

Berührungssensoren aus Kugelschreiber-Federn und Gitarrensaiten herstellen!

Microschalter aus defekten CD-ROM Laufwerken ausbauen!

 

©wendeling2005