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GEOSTATIONÄRE SATELLITEN

METEOSAT - aus 35.000 Kilometern Entfernung Aufnahmen der Erde rund um die Uhr.

Geostationäre Satelliten sind Satelliten am Himmelskörper, mit fester Position. Deshalb können sie mit einer dauerhaft installierten Anlage permanent empfangen werden, ohne beispielsweise mit einem Antennenrotor nachgeführt werden. Der bekannteste Geostätionäre Satellit ist METEOSAT. Dieser sendet ununterbrochen Graustufen-Bilder zur Erde. Hauptsächlich werden diese Bilder von Nachrichtenstationen metereologisch ausgewertet. Die Fotografischen Aufnahmen der Erde werden zunächst an eine Bodenstation gesendet, wo sie durch durch Hinzufügen von Kontinent-Umrißlinien vervollständigt und wieder an den Satelliten zurückgeschickt werden. Dieser sendet anschließend die retuschierten Bilder zurück an die Erde.
Da sich der METEOSAT-Satellit in 35.790 km Entfernung zur Erde befindet, sind die emfangenen Bilder der Erde entsprechend grob in der Auflösung. Ein Pixel entspricht etwa einer tatsächlichen Größe von 14 x 14 Km.
Gesendet werden Sichtbare Graustufen-Aufnahmen der Erde (VIS) und Infrarot-Aufnahmen (IR). Obwohl der METEOSAT auch hochauflösende (HRPT) Bilder sendet, sind wir mit unseren Mitteln nur in der Lage die niedrig aufgelösten Bilder zu empfangen.
Einige Quellen berichten, daß der METEOSAT-Betrieb Ende 2004 eingestellt werden soll.

Scanner oder kommerzielle Empfangsstationen?

Scanner sind durchaus geeignete Geräte zum Empfang von METEOSAT-Bildern. Kommerzielle Empfänger mit Fernsehbild-Darstellung kosten immerhin einige hundert Euro. Und angesichts der Tatsache, daß der Betrieb von METEOSAT Ende 2004 eingestellt werden soll, ist solch eine Investition in eine neue Komplett-Empfangsstationen eher fragwürdig.
Sinnvoll ist da eher die Verwendung eines Scanners. Zunächst benötigt man einen Scanner mit adäquater Bandbreite. 30 KHz FM Bandbreite sind optimal, 15 KHz sind aber auch zufriedenstellend. Da METEOSAT auf der Frequenz 1691 MHz sendet ist entweder ein Scanner mit diesem Frequenzbereich zu wählen, oder man benötigt einen zusätzlichen "Downconverter".

Downconverter

Der Downconverter ist nichts anderes als ein kleines Kästchen, welches direkt hinter den Vorverstärker der Antenne gesteckt wird, mit Betriebsspannung versehen wird und die von der Antenne empfangene Frequenz von 1691 MHz auf etwa 130- 140 MHz herunterschraubt.
Dies hat zum Einen den Vorteil, daß man mit einen handelsüblichen Scanner mit eingeschränktem Emfangsbereich das Signal abgreifen kann - und zum Anderen ist man nicht mehr abhängig von der Länge der Antennenleitung zum Scanner. Denn - je höher die empfangene Antennen-Frequenz, umso größer sind die Verluste durch das Antennenkabel.
Ein 130 MHz-Signal kann problemlos über 20 Meter weitergeleitet werden. Bei einem 1300 Mhz-Signal können nach fünf Metern die Verluste so hoch sein, daß nichts mehr am Scanner ankommt.
Befindet sich der Scanner direkt hinter der Antenne, so ist ein Downconverter nicht unbedingt erforderlich. Bastelanleitungen für Downconverter findet man beispielsweise hier.

Vorverstärker

Für einen sauberen Empfang von Signalen oberhalb 1 GHz ist in jedem Fall ein Vorverstärker ratsam. Dieser kostet so um die 150 bis 200 Euro - kann aber auch mittels im Internet publizierten Anleitungen selbst zusammengelötet werden. Dieser Vorverstärker ist in der Regel sehr rauscharm und im Idealfall ist er so trennscharf, daß er beispielsweise störende Handy-Frequenzen ausschliesst. Der Vorverstärker muß ebenfalls durch eine externe Spannungsversorgung gespeist werden und wird direkt hinter die Antenne geschraubt. Vorverstärker für METEOSAT-Empfang bekommt man beispielsweise bei WIMO.

Antenne

Zwe Arten von Antennen sind für den Empfang von METEOSAT-Bildern geeignet. Dies sind zum Einen Parabolspiegel-Antennen und zum Anderen Yagi-Antennen.
Parabolspiegel-Antennen bestehen aus einem Parabolspiegel vor dem die eigentliche Antenne aufgebracht wird (Feed). Bastelanleitungen für die Feeds der verschiedenen Frequenzbereiche findet man im Internet. Beim Ausrichten des Parabolspiegels ist darauf zu achten, daß sich kein Baum, Haus oder ähnliches Objekt im zwischen dem Parabolspiegel und dem Satelliten befindet. Kommerzielle Parabolspiegel-Antennen bekommt man zum Beispiel bei WRAASE.
Yagi Antennen sehen aus wie langgestreckte Stabantennen mit kleinen aufgebrachten Metall-Stäben. Sie sind nicht so aufwendig zu installieren wie Parabolspiegel-Antennen, und sind nicht ganz so auffällig. Weil Yagiantennen keinen Rundumempfang ermöglichen, müssen sie immer punktgenau auf den Satelliten ausgerichtet sein. Dabei darf sich auch kein Baum, Haus oder ähnliches Objekt im zwischen der Antenne und dem Satelliten befinden. Kommerzielle Yagi-Antennen für METEOSAT bekommt man zum Beispiel bei WIMO.

Software

Für die Dekodierung der Wettersignale, die der METEOSAT-Satellit aussendet gibt es jede Menge Free- und Shareware. Auf Macintosh-Seite ist das Programm MULTIMODE hilfreich. Dies ist zwar nicht kostenlos, bietet aber darüber hinaus noch jede Menge anderer Dekodiermöglichkeiten. Auf Windows-Ebene bieten sich die kostenlosen Programme WXSAT und WXTOIMG an.

Los gehts!

Zunächst wird die Yagi-Antenne ausgerichtet. Dazu baut man sie auf, und richtet sie etwa im 30 Grad Winkel vom Boden in Richtung Süden. Der METEOSAT-Satellit befindet sich in Höhe des Äquators auf der Position 0 Grad Nord und 0 Grad West. Von Deutschland aus entspricht dies etwa der Himmelsrichtung Süden.
Dann schraubt man den Vorverstärker an die Antenne (eventuell noch den Downconverter).
Anschließend verbindet man den Ausgang des Vorverstärkers mittels Koaxialkabel an den Antenneneingang des Scanners.
Am Scanner wird die Frequenz 1691 MHz mit 30 KHz FM Bandbreite eingestellt.
Dann bewegt man die Antenne leicht in verschiedenen Richtungen bis ein pulsierendes Piepsen hörbar ist. Dies ist das METEOSAT-Bildsignal. Je klarer dieses Piepsen, umso besser der Empfang, umso besser die Qualität des empfangenen Bildes.
Den Soundausgang des Scanners verbidet man anschließend mit dem Soundeingang des Computers. Jetzt nur noch die entsprechende Software starten und ab gehts.

 

®wendeling 2003

 

 

 

Visible Aufnahme METEOSAT

 

Visible Aufnahme METEOSAT

 

Infrarot-Aufnahme METEOSAT