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POLARUMLAUFENDE SATELLITEN

NOAA, METEOR und Co.- Satellitenbilder von bekannten Flugobjekten.

Der Empfang von Erdaufnahmen der polar-umlaufenden amerikanischen und russischen Wettersatelliten gehört zu den Highlights eines jeden Scannerbesitzers. Anders als beim technisch aufwendigen Empfang des geostationären Satelliten METEOSAT kann der Laie hier mit ein wenig bastlerischem Geschick die Satelliten aufspüren und - die Ergebnisse können sich sehen lassen: Graustufen-Bilder der Erde mit detaillierten geografischen Details. Wegen der niedrigen Erd-Umlaufbahn (ca. 800 Km Entfernung zur Erde) sind Charakteristiken der Länder gut zu erkennen, und - an einem wolkenlosen Tag erkennt man beispielsweise auch mal einen Vulkanausbruch. Mit Antenne, Laptop und Scanner unterwegs können Satellitenbilder von jedem Punkt der Erde empfangen werden.
Jeder Satellit umläuft die Erde in etwa 1,5 bis 2 Stunden. Aufgrund der Erdkrümmung ist der Empfang der Daten nur möglich, wenn sich der Satellit quasi in Sichtweite befindet. Denn - befindet sich der Satellit gerade auf der rückwärtigen Seite der Erde (von unserem Standpunkt aus gesehen), so ist ein Empfang natürlich nicht möglich. Programme zur Berechnung und Anzeige der aktuellen Satellitenpositionen helfen uns, den genauen Zeitpunkt für den Empfang eines bestimmten Satelliten zu ermitteln.
Gesendet werden sowohl sichtbare Aufnahmen als auch Infrarotaufnahmen. Zur Verfügung stehen insgesamt etwa fünf polarumlaufende Satelliten, darunter ausser den amerikanischen auch noch zwei russische Satelliten. Es existieren natürlich noch mehr Wettersatelliten, jedoch fallen ab und zu einige Satelliten kurz- oder längerfristig wegen technischer Probleme aus. Deshalb ist eine verbindliche Liste auf Dauer nicht aussagekräftig.

Scanner für polarumlaufende Satelliten

Scanner eignen sich hervorragend zum Emfang der polarumlaufenden Satelliten. Einziges, aber wichtiges Unterscheidungskriterium bei der Wahl des bevorzugten Scanners ist die angegebene Bandbreite. Dabei geht es nicht um die Bandbreite des empfangbaren Frequenzspektrums des Scanners, sondern um dessen Filterbandbreite. Viele Hersteller geben keine Angaben zur Filterbandbreite, weil sie Standard-Bandbreiten verwenden. Auf der Mudulationsart FM stehen uns in der Regel Bandbreiten um die 12 KHz (NFM) und beispielsweise 150 KHz (WFM) zur Verfügung. Diese Bandbreite sind typisch für Scanner - 12 KHz beispielsweise den Empfang von Sprechfunk. Eine Filterbandbreite von 30 KHz ist ideal für den Empfang von Satellitenbildern. Mit 12 KHz lassen sich zwar auch Bilder empfangen, jedoch fehlt es den Bildern dann extrem an Tiefe. Einige Scanner aus dem Hause AOR und ICOM sind serienmäßig mit einer für den Satellitenempfang adäquaten Bandbreite ausgerüstet. Manche andere Geräte lassen sich auch nachträglich mit Ersatz-Filtern nachrüsten. Jedoch erlischt dann die Garantie des Herstellers. Ein Link für derartige Modifikationen gibt es hier. Die Firma Charly Hardt aus Remscheid bietet auch solche Modifikationen an. Einfach mal anrufen.

Antennen

Es eignen sich zwei Arten von Antennen für den Empfang von polarumlaufenden Satelliten. Zum einen sogenannte TURNSTYLE-Antennen und zum Anderen QUADRIFILARE HELIX ANTENNEN (QUAD). Beide Antennen unterscheiden sich im Wesentlichen dadurch von herkömmlichen Antennen, daß sie zirkular empfangen (rechtsdrehend).
Teleskopantennen sind für den Empfang der Wettersatelliten gänzlich ungeeignet.
HELIX-Antennen haben durch ihre Bauweise zudem den Vorteil gegenüber TURNSTYLE-Antennen, daß sie unabhängig von der Himmels-Position des heranfliegenden Satelliten den Winkel zur Antenne weitesgehens ausgleichen (Elevationswinkel). Kommerzielle Antennen für den Empfang von polarumlaufenden Satelliten findet man zum Beispiel bei THIECOM. Bastelanleitungen für Satellitenantennen bekommt man beispielsweise hier oder hier.

Vorverstärker

Vorverstärker für Antennen für den Empfang von polarumlaufenden Satelliten sind zwar zweckmäßig, jedoch nicht zwingend notwendig. Kommt man jedoch nicht daran vorbei, Antennenstrecken von 20 oder 30 Metern oder mehr zu überwinden, so lohnt sich die Anschaffung eines Vorverstärkers schon.

Software

Weil jeder polarumlaufende Satellit nicht jederzeit empfangbar ist, gibt es Berechnungs- und Darstellungsprogramme, die uns die komplizierte, mathematische Arbeit abnehmen. Berechnungsgrundlage für diese Programme sind sogenannten KEPPLER-Daten. Diese Daten werden ständig aktualisiert und berücksichtigen andere als mathematische Abweichungen der Umlaufbahnen der Satelliten. Mit der ständigen Aktualisierung der KEPLER-Daten und dem entsprechenden Berechnungsprogramm ist man jederzeit für jeden Satelliten gewappnet. KEPLER-Daten erhält man beispielsweise hier.
Für den Macintosh existiert das kommerzielle Programm MAC DOPPLER bzw. MAC DOPPLER PRO von DOGPARKSOFTWARE. Auf Windows-Ebene eignet sich mitunter das Freeware-Programm FOOTPRINT.
Zum decodieren der Satellitendaten existiert auf Macintosh-Ebene das kommerzielle Programm MULTIMODE. Windows Benutzer erfreuen sich beispielsweise des Freeware-Programms WXSAT oder WXTOIMG.

Los gehts!

Zunächst wird die Antenne aufgestellt und mit dem Scanner verbunden. Den Soundausgang des Scanners verbidet man anschließend mit dem Soundeingang des Computers. Dann ermittelt man den nächsten umlaufenden Polar-Satelliten unter Zuhilfenahme der KEPLER-Programme. Entsprechend des Typs des nächsten Satelliten stellt man die Frequenz des Scanners ein:

NOAA 12 - 137.500MHz
NOAA 14 - 137.620MHz
NOAA 15 - 137.500MHz
NOAA 16 - 137.620MHz
NOAA M (17) - 137.620MHz
METEOR 2/21 - 137.400MHz
METEOR 3/5 - 137.300MHz
RESURS - 137.850MHz
OKEAN-0 - 137.400MHz

Anschließend wählt man die Modulationsart FM mit einer Filterbandbreite von ca. 30 KHz aus.
Jetzt startet man das Decodierprogramm und wartet bis pulsierende Pieps-Töne am Scanner ankommen. Der Satellit nähert sich, und ab gehts!

Soundbeispiel

 

®wendeling2003

 

 

Aufnahme NOAA 17 Infrarot über Europa

 

Aufnahme NOAA 17 Sichtbarer Bereich über Europa (Ausschnitt)

 

Helix-Antenne für das 137 MHz Frequenz - Band

 

Mobiles Empfangs-System: Modifizierter AR8200, Helix und Libretto