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RADIOTELETYPE

Fernschreiben mit Klingeltönen.

Hört man das erste Mal das klingelnde Fernschreibesignal auf Kurzwelle, so vermutet man dahinter eher den Weihnachtsmann, nicht Wetterdienste und Marine. Tatsächlich handelt es sich beim Funk-Fernschreibeverfahren RTTY um ein durch schnelle Ton-Abfolgen moduliertes Signal. Man kann sich die Funktionsweise so vorstellen: Ein digitales Signal läßt sich in der Computertechnologie mit den Zuständen "low" (0) und "high" (1) beschreiben (1 Bit). Ähnlich wie beim Computer werden im Funk-Fernschreibeverfahren auch zwei Zustände verwendet. Jedoch existieren diese nicht als elektrische Zustände, sondern werden durch zwei unerschiedlich hohe Töne ersetzt, die von der Software ebenfalls als "low" und "high" interpretiert werden. Ein hoher Ton, gefolgt von zwei tiefen Tönen wiederum gefolgt von zwei hohen Tönen entspricht demnach der Binärschreibweise dem Wert 10011. Damit lassen sich Buchstaben problemlos codieren. Der Standard für ein einheitliches weltweites Codiesystem heißt BAUDOT. Empfangen lassen sich vor allem unverschlüsselte nautische Nachrichten und Testaussendungen der Marine.

Scanner für RTTY

Ähnlich wie beim Empfang von Wetterfaxen auf Kurzwelle, soll hier nicht der Einduck erweckt werden, ein Scanner wäre ein adäquater Ersatz für einen echten Kurzwellen-Empfänger. Vielmehr sei darauf hingewiesen, daß einige Scanner mitunter auch den Kurzwellenbereich (bis 30 MHz) abdecken und SSB beherrschen. Und warum sollte man diese interessante Möglichkeit des Scanners aussparen? SSB beschreibt die Fähigkeit, die Seitenbänder USB (Oberes Seitenband) und LSB (Unteres Seitenband) zu empfangen. Diese speziellen Seitenbänder sind Trennverfahren, die bildlich gesehen eine normale Rundfunkfrequenz in zwei Einzelfrequenzen zerteilen. Ohne die SSB-Funktion ist RTTY-Empfang nicht möglich. Zu beachten ist weiterhin, daß beim Einstellen der Sendefrequenz des jeweiligen Fernschreibe-Dienstes bei "USB" etwa 2 KHz von der Frequenz abgezogen werden müssen. Bei "LSB" werden etwa 2 KHz hinzuaddiert.

Antennen

Antennen für den Kurzwellenbereich sind weniger kompliziert in ihrer Bauweise als Antennen für die höheren Frequenzbereiche. Für guten Empfang ist vor allem die Länge der Antenne ausschlaggebend. Denn, je länger die Antenne, desto stärker das zu empfangene Signal. Ein einfacher langer Draht leistet hier schon gute Dienste. Für den eingeschränkten Wohnzimmer-Empfang ist sicherlich eine Aktiv-Antenne empfehlenswert. Diese kommerziellen Antennen bestechen vor allem durch eine geringe Bauhöhe, welche mittels eines eingebauten Verstärkers die geringe Empfangsleistung kompensiert. Aktiv-Antennen gibt es beispielsweise bei SSB-Elektronik.

Software

Es existiert eine Vielzahl von Software für die Decodierung von RTTY-Signalen. Auf Macintosh-Ebene läßt sich mit dem Programm MULTIMODE RTTY-Text decodieren. Windows-Usern steht beispielsweise die Freeware MMTTY zur Verfügung.

Los gehts!

Die Antenne wird zunächst an den Scanner angeschlossen. Dann wird der Kopfhörer-Ausgang mit dem Eingang der Soundkarte des Computer verbunden. Anschließend wählt man eine entsprechende RTTY-Frequenz auf Kurzwelle und stellt beispielsweise die Modulationsart "USB" ein. Entsprechend der Beschreibung im oberen Artikel subtrahiert man ca. 2 KHz von der angegebenen RTTY-Frequenz. Alle Kurzwellen-Frequenzen sind beispielsweise in Büchern des SIEBEL-Verlages aufgeführt oder man forscht nach Frequenzlisten im Internet.

DEUTSCHER WETTERDIENST zB. - 4583 KHz
FRANZÖSISCHE MARINE FRANCE zB. - 4295 KHz
HOLLÄNDISCHE MARINE zB. - 2856 KHz

Jetzt startet man das Decodierprogramm, und ab gehts!

Soundbeispiel

 

®wendeling2003

 

 

Wettermeldung vom Deutschen Wetter-Dienst

 

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